Sonntag, Dezember 16, 2001


Gedankenkette

Aufmerksamkeit wird zur knappen Ressource
Marketing ist Kampf der Marke um Aufmerksamkeit
Soziale Nähe schafft Aufmerksamkeit
Nähe wird über Kommunikation definieren
Marke ist mediale Kommunikation
Soziale Nähe wird medial
Die emotionale Reichweite entscheidet
Sprich die Sprache Deines Stammes
Marketing-Focus vom Produkt zum Konsumenten
Die Marke gehört dem Kunden

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Neuigkeiten

1. Und weiter geht´s: Arcor entlässt 1000 Kollegen, Pixelpark weitere 350
2. Im Schmolleckchen: Quam will im Januar ein zweites Mal starten
3. Keine Überraschung: Dresdner verlängert nun doch den Kirch-Kredit
4. Tschüss: Auch Razorfish verlässt jetzt Europa
5. Alle gegen Malone: EU schiesst sich auf MHP ein

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Aufruf zum Weiterdenken

So viel dürfte mittlerweile allen klar sein:
Die informationstechnische Revolution führte zu grundlegenden Wandlungen von Unternehmens- (Arbeits- und Produktionsprozesse) und Marktprozessen (Kommunikations- und Austauschprozesse). Daraus entstehende Risiken und Chancen sind durch entsprechendes wettbewerbsorientiertes Informationsmanagement mit dem Ziel der Transformation technischer in wirtschaftliche Vorteilspotentiale - d.h. in gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit (Effizienz- und/oder Effektivitätsvorteile, z.B. Koordinations-, Integrationsvorteile, etc.) - beherrschbar. Gelingt es, mit Hilfe der IuK-Technologien ?... mehr und bessere Informationen über die Nachfragerseite zu erlangen als die Konkurrenz (Faktor: Information Screening), um auf diese Weise ein effektiveres Leistungsangebot erstellen zu können (Faktor: Information Processing) und höherwertige Informationen über dieses Leistungsangebot für die Nachfrager anzubieten (Faktor: Information Signalling), um sie im Rahmen seiner Vermarktungsaktivitäten von der Vorteilhaftigkeit und somit der Effektivität seines Leistungsangebotes zu überzeugen.? (vgl. Weiber, 2000), dann sind durch diesen Informations-Dreisprung dauerhafte Wettbewerbsvorteile durch Informations- und Prozessvorsprünge generierbar. Informationsprozesse mit dem Ziel der Integration von Markt- und Unternehmensinformationen sind durch IuK-Technologien derart vereinfacht, beschleunigt, optimierbar geworden, dass ihre Durchführung im Rahmen des Informations-Dreisprungs Möglichkeiten zur Steigerung der Qualität von Informationen, zur Senkung von Informationskosten und zur Beschleunigung der Informationszeiten, somit zu Informations- und Prozessvorsprüngen und in der Folge zu Wettbewerbsvorteilen führen.

Aber:
Dies nur solange Gültigkeit, als die Ressource ?Aufmerksamkeit? auf Unternehmens- und Marktseite als nicht-begrenzt eingeschätzt wird. Würde obigen Überlegungen jedoch die Hypothese zugrundegelegt, dass sich im Zuge der informationstechnischen Revolution nicht nur jegliche Wettbewerbs-relevanten Prozesse verändert haben, sondern sich mit einhergehendem Informationsüberfluss das gesamte ökonomische Gefüge hin zu einer Ökonomie der Aufmerksamkeit gewandelt hat (Goldhaber, Franck, Beck, Davenport), dann wären auch die dem wettbewerbsorientierten Informationsmanagement dienenden Screening, Signalling- und Processing-Prozesse Aufmerksamkeits-orientiert auszurichten, Aufmerksamkeit? als zentrale Determinante der Ausgestaltung von Informationsprozesse zu berücksichtigen. Definiert man Informationen also als personenunabhängige, im Überfluss vorhandene Daten, die nur gefiltert durch individuelle Aufmerksamkeit zu personengebundenen Informationen - zu Wissen ? werden können (Urs Dahinden), dann liegt zumindest der Schluss nahe, dass Aufmerksamkeitsprozesse von besonderer Bedeutung bei der Erlangung von potentiell Wettbewerbsvorteil-stiftenden Informationsvorteilen (Hayek/Kirzner) sind.

Aufruf:
Ich bin überzeugt, dass sich hier eine riesige Forschungslücke auftut, bei deren Untersuchung deutlich würde, wie sehr die Tatsache, dass Informations-Dreisprünge sich unter Aufmerksamkeits-Knappheit vollziehen, Information-Signalling, -Screening, und -Processing-Aktivitäten beeinflusst. Es würde deutlich werden, dass jegliche Wettbewerbsvorteile im - durch die informationstechnische Revolution bewirkten - Information- und Decision-Overload zunehmend Aufmerksamkeits-Erfordernissen entsprechen müssten, wodurch der ?Share of Attention? zur zentralen Zielgrösse unternehmerischen Handelns erwüchst. Da sich Informations-Dreisprünge im Zuge dieser Entwicklungen dann nur noch in engen Marke-Marken-Shareholder-Beziehungen vollziehen liessen, entwickelte sich das Marketing (als Philosophie des Aufmerksamkeitsmanagements) zur betrieblichen Führungsfunktion, zur Marketing-Führung. Dabei stünden Unternehmen dann grundsätzlich zwei strategische Ausrichtungen zur Auswahl: Das Brand-Community-Organizing oder das Distributed Brand-Share-Holding-Providing.

Da sollte man mal mehr drüber nachdenken, oder?

Wird gemacht...

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