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Hier Ideen, Gedanken, Pläne von einem Start-up-getesteten Journalisten, PR-Berater, Produktmanager, Marketer (1996: TV-Volontariat WW-TV; 1997: PR-Assistenz RUGO; 1999: CEO-Assistent VIVITY; 2000: Unitleiter VIVITY; 2001: PM Internet VICTORVOX)..... Ich freue mich auf Feed-Back!!!!



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Monday, September 17, 2001
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TOBIBIKO Zwei01: Marketingführung

Plus:

(1) Link-Blink
(2) Hinter den Kulissen: Moderne Glücks-Forschung
(3) Marktgeschehen angesehen Teil 1
(4) tobibiko-Top: Mit Marketingführung zur Brand-Community
(5) HaltHaltHalt, Ihr Markenmacher: So einfach ist das nicht
(6) Marktgeschehen angesehen Teil 2
(7) “Mind-Marketing“ oder „Langsam, langsam, Marc“
(8) Ausblick auf „TOBIBIKO Drei01: Die Multi-Service-Provider“

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Link-Blink

(a) Bye bye, Feed: http://www.feedmag.com
(b) Hello again, Business 2.0: http://www.business2.com
(c) Wie auch sonst: http://www.Manager-magazin.de/netmanager
(d) Nanunana: http://www.netbusiness.de
(e) Wir schreiben ein Lexikon: http://www.wikipedia.com/
(f) Chris Locke-Weblog: http://www.rageboy.com/blogger.html
(g) Doc´s Weblog: http://doc.weblogs.com
(h) Profs als Profis: http://www.krisennavigator.de
(i) Auch eine Community: http://www.bbc.co.uk/h2g2/guide/
(j) Macht Napster vergessen: http://www.musiccity.com/
(k) Und die Technologie kommt hier her: http://www.fasttrack.nu/
(l) Immer dabei: http://www.anti-kinderporno.de/melden_adressen_int.htm

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(2) Hinter den Kulissen: Moderne Glücks-Forschung

Leben heisst erleben, erfahren – durch Handeln, Fühlen und Denken.

Kann jeder?

Klar.

Aber sofort nach diese Erkenntnis fangen die Probleme an:

Zum einen finden Erfahrungen in der Zeit statt und die ist begrenzt. Deshalb gehört es zu den wichtigsten Entscheidungen, die das Individuum kontinuierlich (leider zu selten autark) zu fällen hat, wann und in welchem Umfang es seine ihm gegebene Zeit aufwenden und investieren will.

Zum anderen ist im wachsenden Informationsüberfluss auch die menschliche Fähigkeit, Informationen zu suchen, zu verarbeiten und zu verstehen nicht mehr ausreichend, um die zur Verfügung stehende Erfahrungswelt mit all Ihren Information zu bewältigen.

Nicht nur die zur Verfügung stehende Zeit, sondern auch die psychische Energie, die in der Zeit auf bestimmte Erfahrungsobjekte gerichtet werden kann, ist also begrenzt. Die wirklich entscheidende Frage des modernen Menschen lautet deshalb: Wie will ich die mir zu Verfügung stehende Aufmerksamkeit (in und zu welcher Zeit) investieren? Und das tollste ist: Wer sie für sich richtig beantwortet lebt glücklicher....

Das sagt die moderne Glücksforschung (z.B. Csikszentmihalyi 1990 oder 1997) und sie erklärt es wie folgt:

Das menschliche Bewusstsein hat die Aufgabe, Informationen über Innen- und Aussen-Geschehnisse so darzustellen, dass sie vom Körper verarbeitet werden können. Es vermittelt zwischen Empfindungen, Wahrnehmungen, Gefühlen und Gedanken und stellt unter ihnen Prioritäten her. Dabei stellen alle „Dinge“ die wir sehen, fühlen, denken und wünschen potentielle Kandidaten zur Aufnahme in das Bewusstsein dar.

Die Aufnahmebereitschaft des Bewusstsein ist dabei jedoch begrenzt. Deshalb wird das Bewusstsein durch hierarchisch gegliederte individuelle Ziele und Absichten des Menschen geordnet. Diese Ziele und Absichten sind entscheidend dafür, welche Objekte wahrgenommen und im Bewusstsein geformt und bewertet werden. Sie wirken als komplexes System von Entscheidungs-Regeln, wenn es darum geht psychische Energie auf die einen Objekte zu lenken und sie anderen zu entziehen oder vorzuenthalten. Sie konzentrieren unsere Gedanken auf bestimmte Reize zu ungunsten anderer. Sie focussieren das rare Gut Aufmerksamkeit.

Konkret: Durch die individuell unterschiedliche Schaffung und Ordnung dieser Ziele, Absichten und Regeln hat jeder Mensch die Freiheit, seine ganz persönliche subjektiv wahrgenommene Realität zu kontrollieren. Er besitzt dadurch die Fähigkeit seine Aufmerksamkeit willentlich auf etwas zu richten, sich nicht ablenken zu lassen, und sich so lange Zeit auf es zu konzentrieren (seine psychische Energie zu focussieren) bis seine Absichten, Ziele erreicht sind. Das Focussieren von Aufmerksamkeit ist dabei eine Technik, derer er sich in zunehmendem Masse in der Informationsgesellschaft (bewusst und unbewusst) bedient und bedienen muss um nicht im allgemeinen Informationsbomardement im decision overload unterzugehen. Aufmerksamkeit fungiert dabei als eine Art Filter zwischen Erfahrungswelt und ihrer individuellen Erfahrung im Bewusstsein des Menschen. Und dieser Filter lässt Information nur dann in das Bewusstsein vordringen, wenn zielkonform psychische Energie darauf gerichtet/focussiert wird.

Das knappe Gut Aufmerksamkeit ist also nichts anderes als zentrierte, focussierte mentale Energie, die auf spezielle Informations-Objekte gerichtet wird. Und doch ermöglicht ihre Kontrolle (neben gesteigerter Beherrschbarkeit des Informations-Overloads) Erstaunliches: Zum einen ermöglicht sie mit der Kontrolle des Bewusstsein (und somit der Erfahrungswelt) sogar die Kontrolle der Lebensqualität, „... da sich unsere Aufmerksamkeit nicht beim Grübeln oder bei Selbstmitleid aufbraucht und unsere seelische Energie so ungehindert in die Gedanken bzw. die Aufgaben fließen kann, in die wir sie aufgrund unseres Entschlusses investieren.“ (Csikszentmihalyi 1997) Zum anderen bringt der geregelte Einsatz psychischen Energie entsprechend vorgegebener Ziele, Ordnung in die individuellen Handlungs- und Erfahrungswelten, da das hier Relevante ebenfalls focussiert auf das Erreichen definierter Vorstellungen des Wünschenswerten, schlussendlich auf das eigentliche Selbst selbst (;-), ausgerichtet ist. Deshalb kurz und knapp und (um es knackiger zu machen) auch ein bischen in Englisch: Setze die Regeln und orientiere Dich daran! Avoid disaster and chaos! Control your attention! Focus your psychological energy! Define rules for the distribution of your attention… Und lebe gut!

Warum dies an dieser Stelle? Mehr hier!

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(3) Marktgeschehen angesehen Teil 1

(a) Realitätscheck bei KQNM

I.
Stolze Zahl:
45 Shopping-Portale betreibt die KarstadtQuelle New Media AG!

Realitätscheck:
So spannend ist die Portal-Liste aber dann doch nicht:
www.afibel.fr, www.airmarin.de, www.aldiana.de, www.aqua-design.com, www.baby-walz.de, www.bonaparte.dk, www.bucher-reisen.de, www.clinic-job-dress.de, www.condor.de, www.digithek.de, www.fritz-berger.de, www.golfhouse.de, www.happy-size.com, www.havasvoyages.fr, www.hess-natur.de, www.kadewe.de, www.karstadt.de, www.karstadtsport.de, www.kraehe.de, www.kreutzer.de, www.madeleine-mode.de, www.modeundpreis.de, www.neckermann.de, www.neck.nl, www.neckermann.at, www.neckermann.si, www.neckermann-reisen.de, www.neckermann.hu, www.neckermann.pl, www.palomamoda.de, www.peterhahn.de, www.pussy-versand.de, www.quelle.de, www.quelle.at, www.quelle.cz, www.quelle.fr, www.quelle.hu, www.quelle.sk, www.fotoquelle.de, www.kuechen-quelle.de, www.moebel-quelle.de, www.reisequelle.de, www.schecker.de, www.terramar-reisen.de, www.thomascookag.com, www.wom.de

Wertung:
Einige CashCows, viele Abschuss-Kandidaten...

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II.
Stolze Zahl:
Das dort erwirtschaftete Bestellvolumen liegt 2001 bis jetzt bei 356 Mio. Euro. Deshalb werden weitere 200 Mio. Euro noch dieses Jahr investiert, denn der Umsatz soll in zwei Jahren über die Milliardegrenze!

Realitätscheck:
So beeindrucken das auch ist, so viel Freude kann da doch gar nicht aufkommen: Bei all dem Glanz und der Freude darüber, das E-Commerce jetzt da ist, wo er vor zwei Jahren hingehört hätte, bleibt die Frage nach dem Break-Even.

Wertung:
Ich bin sicher: Seit 1990 ist Karstadt im Netz und das wird dauern bis die da verblasenen Milliarden wieder drin sind...



(b) Alte Newcomer und Schnellstarter

Mit „Jetzt erst recht“ und kräftig positiv gehen sie an die Sache ran, die „Klarsindwirjetzt eineEconomyabertrotzdemgibtsunsjetztneufürdieehemaligenNewEconomyLeute“-Magazine: Der Manager Verlag mit „netmanager“, Peter Turi mit dem gekauften „Netbusiness“ und in alter Schönheit und Tiefe die „Business2.0“ jetzt mit „ecompanynow“ drin. Kurzkritik gefällig?

netmanager: Gähnend langweilig braucht es den Vergleich mit der gestorbenen deutschen Ausgabe von Business 2.0 nicht zu scheuen. Schale Themen von plappernden Schreiberlingen. Auch die Online-Ausgabe ist ober-mies.
Wertung: IchwillmeinGeldzurück!

NetBusiness: Hochglanz-Papier, Hochglanz-Stories, aber keine Tiefe. Wie lange schaltet Milchstrasse diese vielen Anzeigen noch?
Wertung: EigentlichwürdeichmeinGeldzurückwollenaberderTuriunndseineIdeeistmirsosympatisch!

Business 2.0: Einfach Klasse! Auch die Online-Ausgabe!
Wertung: Wer kein Englisch kann, der sollte es jetzt lernen.



(c) Abschied von alten Gefährten

Raider ist Twix und das tut heute noch weh. Doch damit nicht genug. Preussag wird „World of Tui“, VIAG wird O2, Mercedes ist Daimler-Chrysler... Nach und nach gehen sie wohl alle den Weg alles Irdischen. All die schönen Namen meiner Jugend und Adoleszenz verschwinden: Tschüss Arthur Anderson. Tschüss DEA, Tschüss Horten... Nur Thyssen und Kruppe stehen wie eine eiserne Eins ganz nah nebeneinander: ThyssenKrupp heissen sie jetzt. Mal sehen wir lange...

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(4) tobibiko-Top: Marketing in der Attention Economy

Das Wort von der Informationsgesellschaft ist in aller Munde. Die Geschichte vom Informations-Overload auch. Die weltweit zur Verfügung stehende Informationsmenge ist „explodiert“. Reichte im Jahre 1500 ein Menschenleben aus, um das „Wissen der Welt“ in sich aufzunehmen, so beinhaltet heute jede Ausgabe der NY Times mehr Informationen als alle existierenden Bücher um 1500 zusammen. Damals umfasste die größte Bibliothek der Welt – am Queen´s College in Camebridge - umfasste gerademal 199 Bücher, während heute weltweit jährlich ca. 300.000 Erstauflagen. Und nicht nur die Zahl dieser Produkte steigt. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der weltweiten Produkteinführungen verdoppelt: 40.000 Neuprodukte jedes Jahr! Hinzukommen die tagtäglichen Informations-Bombardements durch Broadcastingt-Media und direkter und indirekter Kommunikation... Die steigende Menge verfügbarer Information hat die Fähigkeit der Menschen, die jeweils richtige Information aufzunehmen, zu verarbeiten und zu verstehen rapide gesenkt. Tofler spricht deshalb von einem decision statt dem Information overload, da die Entscheidung welcher Information wann, welche Aufmerksamkeit geschenkt wird, zu einer der Wichtigsten des Alltagslebens wird. Und im Geschäftsleben? Einfach ausgedrückt: Der, der die geringste Menge an Aufmerksamkeit generiert, verliert! Mit steigender Informationsmenge sind es heute weniger Kapital oder Zeit, es ist die „Aufmerksamkeit“ die als knappe Ressource das Handeln, denken und Wirtschaften von Individuen und Unternehmen bestimmt. Und in dieser Attention-Economy ist der Rat “Aufmerksamkeit ist rar, also pass“ auf, wo Du sie lässt und versuche so viel zu bekommen, wie du kriegen kannst“ Überlebens-wichtig...

1. Mit Marketingführung zur Brand-Community

Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Menschen ist unerbittlich. Dabei gilt als Lösung von Kommunikationsproblemen in der Welt des Informations- und Entscheidungsoverload, der totalen Markttransparenz und der unendliche Beschleunigung von Transaktionsprozessen bei zu viel Information, zu viel Gegensätzen, zu viel Fragmentierung auch heute noch: Sei interessanter als der Rest! Schaffe Aufmerksamkeit und Kontakte, sei besonders, einzigartig, verwirrend, herausragend, unique. Das Folgende (1) untersucht deshalb zunächst die althergebrachten Techniken der Aufmerksamkeitsgenerierung wie sie in Branchen wie dem Film-, TV- oder Werbe-Biz perfektioniert (und heute sogar auf das „Personal Marketing“ -The brand called you- übertragen) werden.

Doch natürlich versucht sich jeder an der Uniqueness und deshalb sind auch die größten Erfolge der klassischen Attention-getting-Taktiken zu vergänglich. Sie tragen nicht nachhaltig und öffneten deshalb in der Vergangenheit technokratischen Markenstrategen, denen Awareness nicht ausreichte, Tür und Tor. Attention bekommt nur die Marke sagten und sagen sie. Und Persönlichkeit muss sie haben, die Marke. Eine einmalige Identität muss definiert werden. Und eine Identität, deren Eigen- ihrer Fremdwahrnehmung entspricht und sich auf alle sie betreffenden Geschäftsprozesse, Massnahmen und Leistungen prägend auswirkt. Und gemanagt werden muss die Marke auch. Und modifiziert. Und modelliert. Und kontinuierlich an gesellschaftliche Trends und Entwicklungen angepasst werden muss sie auch. Recht haben sie: Das ist weiter oben beschrieben. Und Unrecht Unrecht haben sie auch. Das sei ab (3.) besprochen...

2. Die Klassiker der Aufmerksamkeits-Generierung

Im Wettkampf um die Aufmerksamkeit gibt es nur zwei Alternativen für das Überleben: Steige in den Ring der Attention-Getting-Spirale und renne mit oder erfinde das Spiel neu. Alternative 2 ist die hier präferierte und – wie zu zeigen sein wird – zukunftsfähigere der beiden. Alternative 1 kennzeichnet und prägt unser Welt wie wir sie kennen, indem im Informationsüberfluss immer neuere, buntere, lautere, klirrendere, schnellere, innovativere, heissere, packendere Botschaften erfunden und gesendet werden müssen, um im Markt wahrgenommen zu werden, nur um dadurch den decision overload nur noch mehr verstärken. Dennoch sind auch in diesem eigentlich mehr und mehr aussichtslosem Kampf gegen die Nicht-Beachtung einige Techniken und Technologie wirkungsvoller als die andere. Wer sich also dem Kampf um die Aufmerksamkeit mit klassischen Waffen stellen will, der schaue sich in der Old Economy von Film/Funk/Fernsehen, Print oder Werbung um. Hier ist Aufmerksamkeit gleich Income und hier ist attention-getting at it´s best zu beobachten. In aller Kürze und Einfachheit, denn detailliertere und fundiertere Literatur gibt es zu Hauf, hier die Top 5:

Top 1: Biete an, was die Menschen wollen, wie sie es angeboten habe wollen
Marktforschung + Zielgruppenfocus

Top 2: Biete Dein Angebot jedem persönlich an
CRM, 1to1, Mass-Customization

Top 3: Biete Dein Angebot immer in einen aufmerksamkeitsstarken Kontext an
Themen, Menschen, Produkte, Content

Top 4: Biete Dein Angebot als etwas Besonderes an
Übertreibung, Instinkt-Apell, Verknappung, Innovation

Top 5: Biete Dein Angebot immer und überall an
Plattformübergreifendes Massen-Broadcasting, Repetition (Plaster it everywhere)

So ausgefeilt die o.g. Aufmerksamkeit generierenden Techniken auch werden (AOL bläut die Welt, Sony kauft einen ntv-Tag), das „Wettrüsten“ kann von niemandem mehr gewonnen werden. Nicht nur sterben ganze Werbe-/Vermarktungsgattungen (so wird z.B. der klassische TV-Sport wird in der Übermacht der Sonderwerbeformen (Promotion, Dauerwerbesendung, Infomercial, DRTV, Split-Screen, etc. Bandenwerbung) untergehen), auch werden die Vorteile, die aus kurzfristigen Aufmerksamkeitsgewinnen gewonnen werden können kleiner und kleiner, da von immer kürzerem Bestand. Die Lösung: Ausstieg aus der Penetrationsspirale hin zur Organisation von Markengemeinschaften....

3. Attention-getting durch Brand-Community

Trotz aller Attention-getting-Rüstungs-Spiralen gilt in der Attention-Economy zunehmend: Lieferanten, Aktionäre, Nachfrager, Mitarbeiter (alles stake- und stock- und shareholder, die gesamte Brand-Community also) bestimmen gemeinsam und jeder für sich den Unternehmenserfolg, die Bekanntheit, den persönlichen und in der Folge aggregierten Markenwert dadurch, wie sie sich gegenüber der Marke verhalten, ihr gegenüber eingestellt sind, mit ihr interagieren, sie nachfragen und (Tatarata!!!!) ihr Aufmerksamkeit zuwenden. Und die Mitglieder der Marken-Gemeinschaft sind sich heute mehr und mehr dieser Macht bewusst und zeichnen sich durch ein ausgeprägtes und wachsendes Selbstbewusstsein der Marke gegenüber aus. Ihre Entscheidung der Marke Aufmerksamkeit zu „schenken“ (!) basiert auf einem multidimensionalen Vertrauens-Fundament das durch kontinuierliche Bestätigung von Erwartungen aufrechterhalten und gepflegt werden muss. Andernfalls suchen sich die Brand-shareholder auf dem modernen, transparenten Echtzeit-Markt einfach ein neues Objekt ihrer Loyalität.. Und dann ist der Markenwert schnell nur noch die Hälfte wert.

In diesem Spannungsfeld ist heute Unternehmen (und/oder Marken als den, am globalen Markt immer weniger fassbaren, Anbieter repräsentierende Persönlichkeit) dieser Aufbau von dauerhaften Vertrauensbeziehungen nur durch die Positionierung als integrierter, offener und wahrhaftiger Partner, als share-provider, als „Komplize“ aller relevanten Transaktionspartner - und somit ihrer Brand-Community - möglich: Ein Muss, wenn auf modernen Märkten Interaktionsprozesse ebenso bedeutsam werden wie Adaption und Nutzung. Unumgänglich, wenn Real-time-Adaptionen von gesellschaftlichem Wertewandel, Stammeswanderungen, Änderungen von Interessenswelten, Bedürfnissen oder des Zeitgeistes und daraus resultierende High-Speed-Anpassungen von Produkten und Strategien und sogar der Markenpersönlichkeit notwendig werden.

Das bedeutet für die Marke: Ohne konsistente, konsequente und kompromisslose Markenpersönlichkeit (Image = Identität), deren Markenkern die Community eint, ist der Aufbau und das „organizing“ von Brand-Community-Plattformen unmöglich. Nur die Community-weite Übereinstimmung von ästethischen, sachlich-funktionalen, emotionalen und ethisch-ideellen Werte und deren Umsetzung in Philosophie, Positionierung, Strategie, Kommunikation, Design, Kultur, Performance und Organisation ist Basis für nachhaltigen Erfolg und die Möglichkeit die Transaktionsprozesse mit stakeholdern in dauerhafte Vertrauensbeziehungen zu transformieren, um Loyalität und Markenbindung zu festigen

Glücklicherweise sind die potentiellen stakeholder heutzutage nur allzu bereit in Brand Communities einzugehen, denn zum Ziel- und Wertesystem von 90 % der Weltbevölkerung gehört heute der Wunsch nach Eingebettet-Sein in ein System aus partnerschaftlichen Beziehungen, Austausch, Sicherheit und Verbundenheit. Der Aufbau von Vertrauensbeziehungen ist dabei vereinfachendes Instrument zur Reduktion der zunehmenden Umweltkomplexität und -veränderung mit der sie es tagtäglich zu tun haben. Überforderung, Risiko, Intransparenz, Unruhe und Unsicherheit sind Lebens- und Denkzustände, die im Zeitalter des decision overloads nicht akzeptiert werden. Die Zugehörigkeit zu einer Brand-Community erleichtert auch ihnen die Bewältigung der Probleme der Attention-Economy.

Die aus den Überlegungen zur Individualpsychologie abgeleitete Empfehlung für das Marketing, die Marketingführung lautet deshalb: Orientiere Dich also an den Core Values, den Persönlichkeitsprofilen, den Vorstellungen, den Wünschen, derer, deren Aufmerksamkeit Du suchst und nimm sie Dir so zu Herzen, dass sie integraler Bestandteil Deines eigenen Selbst werden. Sei Provider der Zielerreichung. Sei Partner im Denken und im Fühlen, sei Provider der Zielerreichung deiner Brand-Community.

4. Brand-Communities in der Attention-Economy: Die finale Konvergenz

Wenn also auf der einen Seite Marken/Unternehmen zukünftig nur dann dauerhaft bestehen, wenn sie als integraler Bestandteil ihrer Markengemeinschaft, als Community-Provider, zeitgleich Grundlage und gleichberechtigter Partner innerhalb ihrer Brand-Welt sind und als das verstanden werden. Und wenn auf der anderen Seite die stake- stock- und shareholder Zugehörigkeit zu gelebten, integrierten Systemen aus den offen und wahrhaftig organisierten Gemeinschaftsbestandteilen Content, Community, Complicity, Consultancy, Consequence, Connectivity, Communication, Convenience, Commerce suchen. Dann, ja dann haben wir es mit einer neuen Art der Konvergenz, der „Finalen Konvergenz“ zu tun: Unternehmen und Ihre Kunden wachsen zusammen: Community statt Zielgruppe, Kooperation statt Penetration, Bedeutung statt Bekanntheit - Die Beziehungen zwischen Kunden/User/Consumer und Business werden zukünftig vermehrt durch Vertrauen, Intimität, Concern, Vernetzung, geprägt sein, da wirtschaftlicher Erfolg zunehmend durch den share of customer attention bestimmt wird (Income-follows-Attention-Theorie). Kurz: Inmitten von technologischen Revolutionen, Decision Overload, Wertewandel und Marktkonvergenz zeichnen sich erfolgreiche Unternehmen zukünftig durch die Fähigkeit aus, Brand-Communities zu begründen und neben Kooperationspartnern, Hilfsmarken und Usern/Nutzen/Consumern/stakeholdern zu deren integralem Bestandteil zu werden.

Das bedeutet für das Marketing: (1) Der Direktkontakt der Marke tritt gleichwertig neben die globale Markenbildung durch Massenmedien, wodurch (2) Marketing zur orchestrale Koordination integrierter und integrativer Transaktionen mit den Marktparteien erwächst. Ziel: Optimierung des share of attention/customer und Organisation der Community als Plattform für den Austausch ihrer Mitglieder.

Ausblick (oder warum technokratische Markenstrategen auch Unrecht haben): Marken werden zukünftig dann dauerhaft bestehen, wenn sie als integraler Bestandteil ihrer Markengemeinschaft, als Community-Provider, zeitgleich als Grundlage und gleichberechtigter Partner innerhalb ihrer Brand-Welt, verstanden werden. Moderne Marketingführung ist dabei jedoch Evolution nicht Konstruktion, Veränderung mit der Community nicht gemäß der Zielgruppe, Brand-Community-Building und -Providing nicht das Führen von Marken. Unternehmensintern erwächst das Marketing zum zentralen Organisationsprinzip und entscheidenden Faktor in der Strategiedefinition. Unternehmsextern hat es die Aufgabe alle Interaktionsprozesse so zu prägen, dass sie dem integrativen Faktor gerecht werden. Nur auf diese Weise kann die ganzheitliche Inszenierung von Kommunikationsmassnahmen und die extern relevanten Transaktionsprozesse auf unternehmensinterne Strukturen und Denkhaltungen treffen, um wahrhaft und dauerhaft und glaubhaft zu sein. Marketing als Führungsfunktion zum Management von Brand-Communities ist die Killer-Applikation für moderne Vertrauensorganisationen. Führung ist Marketing. Marketingführung eben. Marketingführung, die dem folgenden Markt-Gesetz gehorcht:

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(5) HaltHaltHalt, Ihr Markenmacher: So einfach ist das nicht

SEAT hat einen neuen Marketingleiter. Sein Job: Verleih der Marke endlich eine Identität! Und er legt los mit frechen, aufmerksamkeitsstarken, emotionalen Spots, die das Sportliche, das Junge herauskitzeln. Die Idee: Stark genug penetriert wird der Autokäufer das schon fressen.

HaltHaltHalt!: So einfach ist das nicht!!!

Die „Marke“ hat sich in den letzten Jahrzehnten stärker von der reinen Markierung hin zu einer, den (am globalen Markt immer weniger fassbaren) Anbieter repräsentierenden, künstlich geschaffenen Persönlichkeit mit individueller Philosophie und Positionierung, Values, Meinungen, Zielen, Werten, eigenem Gestalt-Konzept, konsistentem Verhalten, etc. gewandelt. Und für diese Marken-Persönlichkeiten gelten auf heutige Echtzeitmärkten mehr und mehr die gleichen Regeln wie für menschliche Individuen, da sie sich zunehmend zu gleichgestellten Marktakteuren wandeln.

Deshalb nicht neu aber dennoch verblüffend: Der Regelkreis der Bildung des menschlichen Selbst ist der Entwicklungskette des Brandbuilding-Prozesses verblüffend ähnlich. Das Prinzip „Selbst<à Ziele <à Aufmerksamkeitsfocus <à Handlung à Selbst“ gilt für Marken und Menschen gleichermassen.

Selbst - Ziele - Aufmerksamkeitsfocus - Handlung
Die (Marken-) Identität bestimmt einige wenige grundlegende individuelle Core Values, die wiederum die (Marken-) Philosophie und die (Marken-) Positionierung determinieren, die der Definition spezieller (Marken-) Ziele dienen, aus der die Strategie ihrer Erreichung abgleitet wird, die wiederrum bestimmt wie (Marken-) Design/Kultur/Verhalten umsetzen, was durch (Marken-) Kommunikation/Performance ins – im Idealfall mit der ursprünglichen Marken-Identität kongruente - (Marken-) Image auf Nachfragerseite übersetzt wird.

Handlung - Aufmerksamkeitsfocus - Ziele - Selbst
Doch die Marken-Handlungen (Design, Verhalten, Kultur) und entsprechende Reaktionen darauf determinieren ihrerseits natürlich rekursiv auch die Strategie, die Veränderung von Zielen und Zielvorstellungen (Wer sind wir, was können wir, was bieten wir, welche Märkte bearbeiten wir, was unterscheidet uns, etc.), gar die Markenphilosophie, die wie ein Grundgesetz/ Verfassung/Richtlinie festhält, was die Marke ist (Idee, Weltbilder, Vision, etc.) und sogar das ursprünlichen Marken-Selbst.

Das Marken-Selbst kein gewöhnliches konstruierbares Stück Information, sondern das Unverwechselbare, Individuelle, das Bestimmte, die erlebte, innere Einheit, also das Zentrum der Markenpersönlichkeit in der internen (Absender-) Sicht. Als Markenidentität determiniert dieses Selbst den gesamten Brandbuildingprozess und wird gleichzeitig durch ihn geprägt:

Die Markenidentität enthält somit alles, was das individuelle/organisationale Bewusstsein durchlaufen hat (Erinnerungen, Erlebnisse, Handlungen, Wünsche, Ziele, Niederlagen, etc.) und definiert gleichzeitig alle zukünftigen unternehmerischen und unternehmensinternen Handlungen. Sie kann somit nicht als geradliniges System, sondern als eines, in dem zirkuläre Kausalität herrscht, zu verstehen. Alle unternehmensintern und -extern relevanten Prozesse sind durch das Selbst des Unternehmens/der Marke miteinander verbunden. Und ihre Veränderung sind nur als evolutionären Prozess begreif- und steuerbar,

Merke:
Das Selbst einer Marke, die Markenidentität, ist von immenser Bedeutung für den gesamten Brandbuilding- und in der Folge -management-Prozess, da ein einheitliches Verständnis darüber unabdingbar für Philosophie-, Positionierungs-, Ziel-, Strategie-, Taktik-Formulierung und –Umsetzung ist. Dabei ist das selbst nur bedingt kreier- und konstruierbar, da es selbst durch Reaktionen auf Philosophie-, Positionierungs-, Ziel-, Strategie-, Taktik-Umsetzung beeinflusst wird.

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(6) Marktgeschehen angesehen Teil 2

(a) Mit der Zeitschiene auf der schiefen Bahn
Gut gedacht, Herr Winter: Durch „suggerierte“ Verknappung des Angebotes auch im Web Kontakte um die Bildschirme zu versammeln und teuer zu vermarkten. Wie AOL, wie Tomorrow, wie Gold, wie jetzt sogar T-Online versucht nun auch Wissen.de sein Angebot in Zeitschienen zu pressen. Meine Meinung: Klappt nicht da (1) inkonsequent umgesetzt (Inhalte sind natürlich auch ausserhalb der Sendezeiten verfügbar), (2) Zeitenabhängigkeit gerade Killerapplikation des Web und (3) Nutzwertigkeit des „Angebotes“ i.d.R. nur bedingt für Mediaproduktion ausreichend...

(b) Freiheit der Redaktionen
Die Welt ist blau, das Bunny ist ein Golf, Bild mit Payback inside und Sony-TV auf ntv: Es ist eben schwierig als Chefredakteur die Freiheit der Presse hochzuhalten, wenn der Job mehr von der Profitabilität und Konzerninteressen als von journalistischer Qualität abhängt. Und niemand kann es verdenken, wenn verschärft Opportunismus und Marketingdenke Einzug in die Redaktionen hält. Es geschieht ja nicht böswillig und wir passen ja auf, dass wir uns nicht in unserer Meinung beeinflussen lassen... Anregung gefällig? Wo bleibt das unabhängige Schiedsgericht, das wie ein Schiesshund schiesst, wenn Interessen das Jounalistische beeinflussen? Wo bleiben die Wachhunde die wach werden, wenn plötzlich geballt aus allen Rohren gegen Liberty geschossen wird, wenn Voss in der ARD Kirch angreift, wenn www.shego.de online geht?

(c) Da war doch noch wer: Ach ja, der Herr Doepfner....
Döpfner der Multimediavorstand holte Würtemberger und viele andere Freunde und rollte überhaupt alles neu auf: Die Kooperation mit DEAG und Start versandete, Redaktionen wurden verkleinert, Bilde.de launchte sachte, T-Online kam ins Boot, Exxtra wurde Hoffnungsträger, Sport1 musste weg, Propertygate kam dazu. Und jetzt? Finanznöte, Müffelmann ist arbeitslos, T-Online holt sich einen eigenen Programmdirektor, Breitbandideen sterben super-schnell, ja und dann das böse Papier, das ja jetzt so teuer ist... Alles nicht so dolle, oder?

Zum Trost: Der kurze Bild.de-Test nach den ersten 4 Wochen zeigt, dass keiner näher dran ist, denn alles ist super kompakt, plakativ, knackig. Einfach Boulevard + Commerce und zukunftsweisende Transaktionsplattform. Und mit der kommenden Print-Beilage in Bild auf dem rechten Weg. Warum? Mehr hier!

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(7) Mind-Marketing oder „Langsam, langsam, Marc“

Die neue Netbusiness. Jetzt mit Essay. Von Marc Flint. Zum Thema Marketing in 20 Jahren. Jules-Verne-esk? Nö. Eher abgestanden! Und ganz doll platt und undifferenziert: Mind-Marketing, Brainscanning, Know-Bots, Telepathie, Nanotech, sogar Beamen, etc. Und alles wie von Geisterhand und vom Bigbrother und der feinen Zukunftstechnik gemacht.....

Mensch, klar kommt da zukünftig Unglaubliches und heute noch nicht vorstellbares. Aber das das meiste davon niemals ohne den individuellen User gehen wird, das Customer Integration, Empowerment, Personal Networks, TAMS, etc. immer in einem Atemzug mit zukünftigen Technologien und Visionen zu nennen ist, das schreibt Herr Flint nicht. Schade. Trost 1: Ich tu´s! Hier. Trost 2: David Gelernter tut´s auch: Hier.

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(8) Ausblick auf „TOBIBIKO Drei01: Paradise is here to come oder warum globale Multi-Service-Provider die Lösung der Decision-Overload-Spirale sind und gemeinsam mit uns die Welt verbessern werden oder Das Attention-Konzept als Grundlage moderner Marketing-Führung“

Es wird noch grösser.
Es wird noch besser.
Es wird noch informativer.
Es macht reich.
Und schön.

*****************************Bald hier: TOBIBIKO Drei01: MultiServiceProviding*****************************
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